Wissensasymmetrien: China als Akteur und Objekt (globaler) Debatten

Knowledge Asymmetries: China as Agent and Object in (Global) Debates

知识的偏位:全球辩论中作为主动者与客体的中国

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Vor dem Hintergrund des machtpolitischen Aufstiegs der Volksrepublik ist das Interesse an, aber auch die Furcht vor China in der deutschsprachigen und globalen Öffentlichkeit massiv gewachsen. Gleichzeitig wird die politische Forderung nach „Chinakompetenz“ lauter, ohne dass die sinologischen Institute hiervon bislang unmittelbar profitieren. Wir nehmen diese Diskussionen zum Anlass, uns im Rahmen der diesjährigen DVCS-Tagung mit unterschiedlichen Arten und Aspekten von Wissensasymmetrien zu beschäftigen. Der Fokus richtet sich dabei auf China als Forschungsgegenstand aber zunehmend auch als Akteur politischer und intellektueller Debatten:

  • Welche Akteure ringen um Diskurshoheit?
  • Welche Machtstrategien werden oder wurden mit bewusst aufrechterhaltenen Wissensasymmetrien verfolgt?
  • Welche thematischen und/oder machtpolitischen Asymmetrien existieren und existierten im Sprechen und Schreiben aus und über China?
  • Wie prägen und prägten Selbst- und Fremdwahrnehmung, was überhaupt als relevantes Wissen gilt?

Wissensasymmetrien zeichnen dabei nicht nur den gegenwärtigen China-Diskurs hierzulande aus. Sie finden sich gleichermaßen in innerchinesischen Diskursen, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Auch im Kaiserreich spielten politische Aspekte in Geschichtsschreibung und öffentlichem Diskurs eine maßgebliche Rolle bei der Bestimmung des Sagbaren. Daher laden wir zu Beiträgen ein, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Wissensasymmetrien im gegenwärtigen und historischen China und seiner Verflechtung mit der Welt beschäftigen. Zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung bieten sich Institutionen und Akteure an, die für die Produktion, Verbreitung, aber auch für die Beschränkung von Wissen von Bedeutung sind oder waren. Auch die Rollen von Experten und Laien, sowie die Zuordnung zu diesen Zuschreibungen eignen sich hierfür; ferner auch Medien und deren Akteure; sowie die Funktionsweisen des politischen Systems, die in unterschiedlichen Epochen auf unterschiedliche Weise Informationsflüsse zwischen Regierung und Bevölkerung beeinflusst haben.

Nicht zuletzt gelten die oben gestellten Fragen auch für die Rolle der Chinawissenschaften selbst:

  • Weshalb dringt sinologische Forschung nur selten in die Öffentlichkeit durch?
  • Welche Beiträge könnten die Chinawissenschaften in aktuellen Debatten liefern?

Eine kritische Selbstreflexion als Fach, zu welcher die DVCS auch in der Vergangenheit bereits mehrfach maßgeblich beigetragen hat, ist vor diesem Hintergrund zweifelsohne von Bedeutung. Daher planen wir in Ergänzung zum wissenschaftlichen Konferenzprogramm mit Panels und Keynote-Vorträgen auch eine öffentliche Podiumsdiskussion.

Soweit es die pandemische Lage erlauben wird, planen wir, die Konferenz in einem traditionellen Format in Freiburg zwischen dem 19. und 21. November 2021 abzuhalten. Eine endgültige Entscheidung hierzu wird im frühen Herbst getroffen. Wir freuen uns über Vorschläge für Beiträge und bitten um Zusendung von Abstracts (ca. 300 Worte) und Kurzvita an die Organisatoren (Lena Henningsen, Daniel Leese und Damian Mandzunowski) der Konferenz bis zum 15. Juli 2021 an DVCS2021@sinologie.uni-freiburg.de

Die Entscheidung über die Annahme von Vorträgen erfolgt bis zum 31. Juli 2021.

Die Tagungssprache ist Deutsch, die Vorträge werden in deutscher oder englischer Sprache gehalten. Vorgesehen ist die Veröffentlichung ausgewählter Beiträge zum Tagungsthema in Form des Jahrbuchs der DVCS.

Anmeldungen für eine Teilnahme ohne Vortrag erbitten wir bis zum 1. November 2021 an DVCS2021@sinologie.uni-freiburg.de.

Dissertationsvorhaben: Jüngst abgeschlossene Dissertationen oder bereits weit gediehene Dissertationsprojekte können im Rahmen eines separaten Präsentationsfensters, auch ohne direkten Bezug zum Tagungsthema, vorgestellt werden.

Für Mitglieder der DVCS und Studierende bis zum Master oder gleichwertigem Abschluss ist die Teilnahme kostenfrei. Nichtmitglieder zahlen eine Teilnahmegebühr in Höhe von 30 Euro.

Am Abend des 19. November ist eine öffentliche Podiumsdiskussion mit eingeladenen Expertinnen und Experten vorgesehen.

Die Mitgliederversammlung der DVCS wird voraussichtlich am Abend des 20. November stattfinden.